Ist eine Lerngruppe das Richtige für mich?

Du fragst dich, ob du einer Lerngruppe beitreten oder vielleicht sogar eine eigene Lerngruppe gründen sollst.

Mit diesem Blog möchte ich dir deine Entscheidung erleichtern. Ich habe viel recherchiert und aus einer größeren Anzahl von Artikeln die Punkte zusammengetragen, die dir bei deiner Entscheidung nützlich sein können.

Hier schon einmal vorab ein paar grundsätzliche Informationen:

In einer Lerngruppe hast du die Möglichkeiten von vielen verschiedenen Lernprozessen zu profitieren:

  • Du kannst dich über Lerntechniken- und Lernstrategien austauschen und diese optimieren. Du selbst kannst von den Stärken der Anderen lernen und somit deine Schwächen kompensieren oder deine eigene Stärken an andere weitergeben.
  • Gemeinsames lernen kann deine Motivation, dein Lerntempo ungemein erhöhen und damit den Stress reduzieren. Du hast weiniger das Gefühl alleine unter der „großen Masse“ des Lernstoffes begraben zu werden.
  • Du hast die Möglichkeit Lernfehler zu minimieren. Z.B. können fehlende Themengebiete, missverstandene Zusammenhänge oder Verständnisschwierigkeiten aufgedeckt und korrigiert werden.
  • Durch den gemeinsamen Austausch können abstrakte Fachbegriffe besser verstanden und Inhalte besser mit dem jeweiligen Fachbegriff verknüpft werden.
  • Wenn du die Person bist, die anderen etwas erklärt, profitierst du ebenfalls. Du hast die Möglichkeit, dein bereits erlerntes Wissen weiterzugeben und zu über-prüfen, ob du es wirklich verstanden hast.
  • Du und deine „Mitlernenden“ lernen auch als Gruppe zu funktionieren. Die Sozialkompetenz wird gesteigert und verbessert. Nicht alle Kommilitonen sind zum Teamplayer geboren. Diplomatisches und soziales Geschick kann dann notwendig werden, um eure Lerngruppe gut aufzustellen.
 

Mit den folgenden Tipps, bin ich sicher, dass deine Lerngruppe ein Erfolg werden wird.

Es lohnt sich, es auf jeden Fall auszuprobieren 🙂

 

Wie groß sollte die Lerngruppe sein?

Die ideale Größe liegt bei zwei bis max. sechs Teilnehmern.

Experten raten zu kleinen Lerngruppen: zwei können schon reichen, drei bis vier seien optimal. Sollte die Gruppenzahl wesentlich größer sein, kann es bei Abstimmungen gerne zu Schwierigkeiten kommen.

Lernmethoden- und Lerntechniken

In erster Linie geht es beim gemeinsamen Lernen um den gezielten Wissensaustausch.

Hier ein paar Tipps für Lernmethoden- und Lerntechniken

  • Optimal wäre es, wenn ihr alle in eurer Gruppe einen ähnlichen Wissenstand habt und euch bereits mit dem Lernstoff befasst habt. Lernen in der Gruppe setzt auch immer Einzelarbeit voraus. Damit vermeidet ihr, dass sich einige Kommilitonen langweilen, während andere Schwierigkeiten haben, mitzukommen. Es muss dann auch niemand das Gefühl haben, die anderen mitzuziehen oder zurückzuhalten. In einer homogenen Gruppe sollte der gemeinsame „Lernzuwachs“ im Vordergrund stehen.
  • Wenn zu Beginn einer Arbeitsphase, der Wissenstand in der Gruppe sehr unterschiedlich ist, sollte eine kurze Wiederholung eingeplant werden, um alle Teilnehmer auf einen ähnlichen Wissenstand zu bringen.
  • Bei komplexen Themen, die noch niemand so recht durchschaut, empfiehlt sich eine kurze (stille) Wiederholung des „Basisstoffes“, mit anschließendem gemeinsamen Austausch, um das Thema besser zu verstehen.
  • Generell sollten die Gruppenmitglieder kommentieren, anmerken, hinzufügen und kritisieren dürfen. Solange Gesprächsanteile ungefähr gleich verteilt sind und ihr konstruktiv kritisiert, ist alles im grünen Bereich. Austausch ist das beste Lernmittel.
  • Es gibt auch die Möglichkeit die Themengebiete durchzugehen und ihr erklärt euch gegenseitig, was ihr gelernt habt.
  • Ebenso sind stille Arbeitsphasen mit darauffolgendem Vergleich der Ergebnisse möglich.
  • Lernen mit offenen Gesprächen und Diskussionen.
  • Phasen, in denen eine Person vorträgt (vor allem bei einem Wissensvorsprung sehr nützlich).
  • Karteikarten sind auch als Lernmittel in Lerngruppen geeignet und anstatt sich selbst abzufragen, fragt ihr euch gegenseitig ab. Karteikarten können euch zusätzlich einen Überblick über relevante Themengebiete geben und euren Lernstoff strukturieren.

Lernmethoden- und Lerntechniken bei mündlichen Prüfungen

Hier bietet eine Lerngruppe sehr gute Möglichkeiten mündliche Prüfungssituationen im Vorfeld zu üben und nachzustellen.

Du kannst erkennen, welches Wissen dir noch fehlt und vor allem kannst du an deinen Formulierungen, an deinem Ausdruck, deinen Gesten und deiner Sprache arbeiten. (Tipps zu mündlichen Prüfungen findest du auch in meinem BLOG „SOS Prüfungsangst – Tipps gegen die Angst vor deiner mündlichen Prüfung„)

  • Übe die mündliche Prüfung unter realistischen Bedingungen; am besten auch einmal in einem leeren Seminarraum. Du bekommst so einen Eindruck, wie es sich anfühlt alleine vor dem Prüfer zu stehen und kannst hierbei deine Lautstärke sowie deinen Ausdruck überprüfen.
  • Achtet gegenseitig auf eure Darstellung und eure Rhetorik.
  • Mündliche Prüfungen sind zeitlich immer begrenzt. Stoppt die Zeit, damit Ihr ein Gefühl bekommt, wie lange eine Prüfung dauern kann.
  • Bei Vorträgen oder Präsentationen solltet ihr die vorgegebene Zeit unbedingt einhalten, denn der Prüfer darf dich stoppen und ggf. Punkte abziehen.
  • Wechselt euch nach jeder „Mündlichen Prüfung“ untereinander ab und stellt immer wieder andere Fragen. Es reicht oft schon aus die Formulierung zu ändern, um die Aufgabe zu variieren.

Organisation

Hier ein paar organisatorische Tipps, die dir bestimmt helfen.
Bei eurer ersten Sitzung solltet ihr vollständig sein, damit ihr feste Regeln vereinbaren könnt, auf die sich alle einlassen sollten.

Moderation

Einen Moderator/in auszuwählen, der für jedes Gruppentreffen wechselt, kann ebenso sehr hilfreich sein. Die Moderation achtet auf die Zeit, darauf, dass alle zu Wort kommen, auf die Einhaltung der Regeln und moderiert bei Bedarf das Gespräch (vielleicht auch den Chat).

Ebenso hat die Moderation die Aufgabe, Ablenkung zu vermeiden.

Feste Termine

Schon bei kleineren Lerngruppen kann es schwierig sein, in der hektischen Klausurphase Termine zu finden, die allen Beteiligten gut passen.
Daher macht es Sinn, schon in der ersten Sitzung die Termine für alle weiteren Treffen festzulegen und in den Kalender einzutragen. So spart Ihr viel Zeit. Die Teilnahme an den Lerngruppenterminen sollte in der Zeit der Prüfungsvorbereitung verbindlich sein, denn alle Teilnehmer bereiten sich vor und verlassen sich auf den Termin.
Ebenso sollte die Dauer eurer Arbeitssitzung und der Ort, an dem ihr lernen könnt festgelegt werden. Gruppenarbeitsräume in der Uni-Bibliothek oder leere Hörsäle bieten sich hier an.

Strukturiert eure Themengebiete und legt Ziele fest

  • In eurer Lerngruppe müsst ihr vermutlich mehrere Themen bearbeiten. Da eure Zeit limitiert ist, teilt euch die Zeit gut ein. Legt fest, an welchem Termin welches Thema oder welche Aufgabe bearbeitet wird.
  • Haltet eure Ziele schriftlich fest bzw. macht euch einen zeitlichen Plan, sodass ihr die Übersicht behält, Was Wann noch Wie zu bearbeiten ist.
  • Struktur erlaubt gezielteres und effektiveres Arbeiten.
  • Wenn es Themengebiete, die manche besser verstanden haben als andere, dann nutzt diese Möglichkeit. Ihr könnt ein Gruppenmitglied zum Experten eines Fachgebietes erklären. Diese Person bereitet dann einen Kurzvortrag vor und bringt den anderen verständlich und anschaulich sein Wissen näher. Der Vortragende vertieft somit sein Wissen und ihr habt die Möglichkeit von ihm zu lernen.
  • Bei sehr schwierigen und komplexen Themen, empfiehlt es sich, jemanden „von außen“ hinzuzuholen, der sehr viel Ahnung hat und das Thema der Gruppe erklären
  • kann.

Überprüft und Steigert eure Effizienz

  • Ein gemeinsames Miteinander und ein gemeinsamer Teamgeist steigert die Effektivität und Effizienz in deiner Lerngruppen immens.
  • Sorgt gemeinsam dafür, dass alle am Ball bleiben.
  • Termine gemeinsam festlegen und einhalten.
  • Vorbereitet zu den Treffen kommen.
  • Themen wiederholen und auch noch einmal geduldig erklären, wenn ein Teilnehmer nicht alles verstanden hat.
  • Auf die Sichtbarkeit und Wichtigkeit jedes einzelnen Beitrages achten. Wenn jeder erkennt, wie wichtig sein Beitrag zur Lerngruppe ist, steigt die Motivation und das Engagement. Gebt euch gegenseitig Feedback. Haltet eure Ideen und Bemerkungen schriftlich fest, sodass erkennbar ist, was jeder geleistet hat. Notiert auch die Fortschritte der Gruppenarbeit. So haben alle die Möglichkeit einzuschätzen, wie viel sie bisher zur Zielerreichung beigetragen haben.
  • Einen Schnitt machen, wenn zu viel diskutiert wird und ihr euch über die Richtigkeit einer Sache nicht einig seid. Notiert euch das Thema oder sammelt die Frage und geht damit zu eurem Dozenten/Lehrer, statt euch zu verzetteln.

Lernerfolge festhalten und teilen

Wie schon erwähnt, wäre es möglich, dass ein Gruppenmitglied ein konkretes Lerntreffen vorbereitet, nachbereitet und evtl. ein Handout verteilt.

  • Digitale Medien können euch zusätzlich helfen eure Lernerfolge festzuhalten
  • Dabei helfen schlaue Umsonst-Gimmicks aus dem Netz wie gemeinsame Lernmaterial-Ordner, auf die jeder mit seinem Computer Zugriff hat (www.dropbox.com), am PC erstellte Mind Maps für den aufbereiteten Lernstoff (www.xmind.net) oder elektronische Lernkarteien (www.repetico.de).
  • Ebenso helfen euch Dienste wie Dropbox, OneDrive und GoogleDocs eure Lernerfolge in digitaler Form und Echtzeit festzuhalten. Mit der Dropbox-App könnt ihr eure Arbeitsblätter und Aufschriebe per Handy scannen und direkt hochladen.

…und zu guter Letzt:

Spaß und Belohnung sind wichtig

  • Miteinander lernen sollte nicht nur in angestrengtem Lernen enden, sondern auch Spaß machen. Daher ist ein respektvoller Umgang, bei dem Ihr euch gegenseitig wertschätzt und lobt sehr wichtig.
  • Eine einfache, kurze Kaffee- oder Schokoladenpause kann Wunder bewirken.
  • Ebenso nach getaner Arbeit eine gemeinsame Belohnung genießen, z.B. ein leckeres Eis in der Lieblingseisdiele um die Ecke.

Dein Weg aus der Prüfungsangst

Mit meinen Blogbeiträgen möchte ich dir Tipps, Ideen und Anregungen weitergeben, mit denen du es schaffst, deine Prüfungsangst zu bewältigen. Schaue dir dazu auch gerne meine weiteren Beiträge an.

Ich weiß Prüfungsangst kann lähmend sein und mutlos machen…

Ich möchte dir aber mitgeben: Du bist nicht alleine und es gibt für dich einen Weg aus deiner Prüfungsangst!

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In kurzer Zeit wirst du deine Prüfungen erfolgreich schreiben und wieder Spaß am Lernen haben.

Ich freue mich gemeinsam mit dir deine Prüfungsangst zu besiegen.

Deine Mandana Hafezi

Quellen:

Birkenbihl, Vera F. (2019): Stroh im Kopf, vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Sitzer, Aufl. 58.: Redline Verlag, München

Komarek, Iris (2017): Ich lern einfach: Einfaches, effektives und erfolgreiches Lernen mit NLP, Aufl. 7; Südwest Verlag, München

Werth, Lioba; Mayer, Jennifer (2008): Sozialpsychologie, Springer Verlag, Heidelberg
Frey, Dieter; Bierhoff, Hans-Werner (2011): Sozialpsychologie – Interaktion und Gruppe, Hogrefe Verlag, Göttingen

www.unicum.de: Lerngruppe-effektiv-gemeinsam-lernen
https://www.unicum.de/de/erfolgreich-studieren/lerntipps/lerngruppe-effektiv-gemeinsam-lernen

www.lern-kompass.de: 6 Strategien für effektive Lerngruppen
https://www.lern-kompass.de/6-strategien-effektive-lerngruppen/ 6 Strategien für effektive Lerngruppen

www.studybees.de: Lerngruppen – wozu-sind-sie-gut
https://studybees.de/magazin/lerngruppen-wozu-sind-sie-gut/

www.uniturm.de: Tipps-für-eine-Lerngruppe-im-Studiumhttps://www.uniturm.de/magazin/lerntipps/tipps-fuer-eine-lerngruppe-im-studium-1641

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